Gängige Logikschaltkreise unterscheiden sich in den möglichen Ausgangsströmen ganz erheblich und oft ist der Strom, den ein IC bei High-Signal ausgeben kann (Last gegen Masse) nocheinmal völlig anders als der zulässige Strom bei einem Low-Signal (Last gegen +Ub).
Des weiteren sollte man beachten, daß die Eingangsströme, die das IC der Signalquelle abverlangt sehr unterschiedlich sind. In der Regel ist es fast immer möglich den IC-Ausgang eines Typs an den Eingang eines anderen Typs anzuschließen. Schaltet man jedoch Vorwiderstände oder Spannungsteiler davor, oder schließt man an einen IC-Ausgang mehrere Eingänge parallel an können die Eingangsströme schon Signale verfälschen oder einen Ausgang überlasten.

Von welchem Typ ein Schaltkreis ist erkennt man an den Buchstaben, die in der Typenbezeichnung der 74... folgen. Den selben Schaltkreis gibt es häufig in unterschiedlichen Varianten, jedoch mit identischer Logik-Funktion und Anschlussbelegung. Beim Entwickeln einer Schaltung ist also der genaue IC-Typ erstmal weniger relevant, man sollte aber das max. Mögliche jedoch immer im Hinterkopf behalten und beachten, daß nicht alle Typen auch in allen Baureihen hergestellt werden. Beim Aufbau der Schaltung sollte man dann spätestens in jedem Falle genau darauf achten welchen Typ man einbaut.


74HCT00 identische Beschaltung
aller Typen 74..00
74LS00

Sofern keine speziellen Anforderungen vorliegen empfehle ich möglichst 74HC.. oder 74HCT.. Typen zu verwenden, da diese häufig benutzt werden, mit vielen verschiedenen Funktionen verfügbar sind und man sich um die Strombelastung durch die Eingänge keine Sorgen machen muß.

TTL-Logik aus "normalen" Transistoren, vergleichsweise schnell, dafür hoher Stromverbrauch. Bei "schwachen" Eingangssignalen sind die vergleichsweise hohen Steuerströme bis >1mA zu beachten.
Offene Eingänge liegen meist intern schon auf definierten Potentialen (meistens High), so daß man sich z.B. beim Anschließen von Tasten gegen Masse einen Pullup-Widerstand meist sparen kann. Pull-Down-Widerstände um offene Eingänge auf Low zu ziehen sollten zumindest überschlägig berechnet werden.

Baureihe Imax/Pin
High-Signal
Imax/Pin
Low-Signal
Bemerkungen:
74.. 0,4mA -16mA Standard-TTL, veraltet, Eingangsströme bis 1,6mA
74S.. 1mA -20mA schnell, Eingangsströme bis 2mA
74LS.. 0,4mA -8mA häufig verwendet, schnell, Eingangsströme bis 0,4mA
74ALS.. 0,4mA -4mA schnell, Eingangsströme bis 0,2mA
74F.. 1mA -20mA selten verwendet, Eingangsströme bis 0,6mA


CMOS-Logik aus FETs, langsamer, dafür minimaler Stromverbrauch und kaum meßbare Steuerströme.
Offene Eingänge sind bei diesen Typen immer undefiniert, so daß man sie auf jeden Fall an GND oder +Ub anschließen muß um eindeutige Zustände einzustellen. Beim Anschluß von Tasten muß immer ein Pull-Up oder Pull-Down-Widerstand verwendet werden. Die genauen Werte sind aufgrund der geringen Eingangsströme unkritisch - Widerstände mit 100 Ohm funktionieren meist genau so wie 100 kOhm.

Baureihe Imax/Pin
High-Signal
Imax/Pin
Low-Signal
Bemerkungen:
74HCT... 4mA -4mA häufig verwendet, Gatterlaufzeit bis 24ns
74HC.. 4mA -4mA wie HCT, aber 2V-6V Betriebsspannung möglich
74AHCT.. 8mA -8mA seltener, Gatterlaufzeit bis 6,5ns
74AHC.. 8mA -8mA wie AHCT, aber 2V-5,5V Betriebsspannung möglich
74ACT.. 24mA -24mA seltener, Gatterlaufzeit bis 4,4ns
74AC.. 24mA -24mA wie ACT, aber 2V-6V Betriebsspannung möglich
74LV.. / 74LVT.. 24mA -24mA selten, Betriebsspannung max. 3,6V Gatterlaufzeit bis 4,4ns
CD40.. ca. 1mA (Ub= +5V)
ca. 8mA (Ub= +15V)
ca. -1mA (Ub= +5V)
ca. -8mA (Ub= +15V)
eigene Logikreihe, häufig verwendet,
Betriebsspannung bis 15V, Gatterlaufzeit bis 100ns